24.08.2018Gedenken an die Opfer des Speziallagers Sachsenhausen

Neues Fenster: Bild - Gedenkstätte - vergrößern ©SBG/Archiv Sachsenhausen, S. Erhard

Wann: Sonntag, 26. August, 11.00 Uhr

Wo: Gedenkstätte Sachsenhausen, Friedhof am ehemaligen Kommandantenhof, Straße der Nationen 22, 16515 Oranienburg, Landkreis Oberhavel

Was: Kulturstaatssekretärin Ulrike Gutheil hält eine Rede zur Gedenkveranstaltung anlässlich des 73. Jahrestages der Einrichtung des sowjetischen Speziallagers in Sachsenhausen und legt im Anschluss einen Kranz der Landesregierung nieder.

Der sowjetische Geheimdienst NKWD errichtete ab Frühjahr 1945 in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) zehn Speziallager, in denen überwiegend deutsche Zivilisten gefangen gehalten wurden. Grundlage dafür war der Befehl Nr. 00315, den das NKWD am 18. April 1945 erließ und der bis 1950 die Grundlage aller Internierungen in der SBZ bildete. Auf dieser Grundlage wurden Personen aufgrund der ihnen vorgeworfenen Funktion im NS-Staat ohne Einzelfallprüfung festgesetzt. Ab 1946 wurden in Sachsenhausen darüber hinaus Verhaftete festgehalten, die zuvor in Schnellverfahren durch sowjetische Militärtribunale verurteilt worden waren.

Das Speziallager Nr. 7 befand sich zunächst in Weesow bei Werneuchen (Landkreis Barnim), wurde jedoch im August 1945 auf das Gelände des früheren nationalsozialistischen Konzentrationslagers Sachsenhausen verlegt. Nach der Auflösung der kleineren Lager im Sommer 1948 wurde es in Speziallager Nr. 1 umbenannt. Bis zu seiner Auflösung im Frühjahr 1950 wurden dort rund 60.000 Personen inhaftiert, mindestens 12.000 von ihnen starben an den katastrophalen Haftbedingungen, an Krankheit, Hunger, psychischer und physischer Entkräftung. Bei den Inhaftierten handelte es sich vorwiegend um untere Funktionäre des NS-Regimes, aber auch Mitarbeiter aus Verwaltung, Polizei, Justiz und Wirtschaft sowie SS-Personal aus den Konzentrationslagern. Unter den Häftlingen befanden sich außerdem politisch Missliebige und willkürlich Verhaftete sowie von sowjetischen Militärtribunalen Verurteilte.

Im Jahr 2001 eröffnete die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten das Museum ‘Sowjetisches Speziallager Sachsenhausen Nr. 7/ Nr. 1 (1945-1950)‘. Der Jahrestag der Ankunft der ersten Inhaftierten in Sachsenhausen am 10. August 1945 wird von den ehemaligen Häftlingen und ihren Angehörigen seit Anfang der 1990er Jahre als Gedenktag für die Opfer des Speziallagers begangen.

Weitere Informationen: www.stiftung-bg.de

PM als PDF

Auswahl

Jahr
Rubrik


Zum Pressesprecher

Pressesprecher:
Stephan Breiding
Tel.: 0331 / 866 4566
Mobil: 0171 / 837 559 2
stephan.breiding@mwfk.brandenburg.de