14.08.2018Georg Quander neuer Künstlerischer Direktor in Rheinsberg

Kulturministerin Martina Münch hat heute Professor Georg Quander als neuen Künstlerischen Direktor der Musikkultur Rheinsberg gGmbH vorgestellt. Georg Quander übernimmt die gemeinsame künstlerische Verantwortung für die Kammeroper Rheinsberg und die Musikakademie Rheinsberg, Bundes- und Landesakademie. 

Kulturministerin Martina Münch: „Professor Georg Quander hat profunde und langjährige Erfahrungen als Intendant und im künstlerischen Management sowie beste Kontakte in die nationale und internationale Musiktheater- und Festival-Szene. Ich freue mich sehr, dass es gelungen ist, ihn als Künstlerischen Direktor für die Musikkultur Rheinsberg zu gewinnen. Die Kammeroper Schloss Rheinsberg mit ihrem Internationalen Festival junger Opernsänger ist eines der bedeutendsten Musikfeste im Land Brandenburg, und die Musikakademie Rheinsberg bietet seit mehr als 25 Jahren erstklassige Qualifizierungsmöglichkeiten für Profi- und Freizeitmusikerinnen und –musiker.“

Weiter sagte die Ministerin: „Schloss Rheinsberg steht in einer großen künstlerischen Tradition und ist ein Kulturstandort mit enormem Potenzial. Mit einem attraktiven Angebot, das in die Stadt und Region wirkt, das Besucherinnen und Besucher weit überregional anzieht und noch mehr künstlerische Strahlkraft und Aufmerksamkeit national wie international erreicht, wollen wir Rheinsberg weiter stärken. Die Bildung der Musikkultur Rheinsberg im Jahr 2014 mit dem Land als Mehrheitsgesellschafter war dazu ein wesentlicher Schritt. Der Landeszuschuss wuchs von im Jahr 2014 1,04 Millionen Euro auf 1,35 Millionen Euro im Jahr 2018. Der vom Kabinett beschlossene Haushaltsplan sieht weitere Erhöhungen auf 1,6 Millionen Euro im Jahr 2019 und 1,86 Millionen Euro 2020 vor.“

Professor Georg Quander erklärte: „Die Tradition der von Siegfried Matthus entwickelten Kammeroper Schloss Rheinsberg zu bewahren und im Zusammenwirken mit der Musikakademie künstlerisch weiter zu entwickeln, ist eine ehrenvolle und spannende Aufgabe, auf die ich mich sehr freue.“

Georg Quander, geboren 1950 in Düsseldorf, hat nach seinem Studium der Theaterwissenschaften, Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Altamerikanistik an der Freien Universität Berlin als Opern- und Filmregisseur, Musikjournalist, Autor und Kulturmanager gearbeitet. Von 1991 bis 2002 leitete er als Intendant an der Seite des Generalmusikdirektors Daniel Barenboim die Deutsche Staatsoper Berlin. Von 2002 bis 2005 lehrte er an der Humboldt-Universität zu Berlin und von 2005 bis 2013 war er Kulturdezernent der Stadt Köln. Neben Buchveröffentlichungen, dem Schreiben von Libretti und dem Drehen von Filmen hat Georg Quander in mehr als 30 Jahren auch zahlreiche Inszenierungen geleitet, darunter die Opern ‘La Semele‘ von Johann Adolf Hasse bei den Festwochen der Alten Musik Innsbruck 2018, ‘Le Nozze di Figaro‘ von Wolfgang Amadeus Mozart bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen 2004 und ‘Der Freischütz‘ von Carl Maria von Weber im Stadttheater Koblenz 2003.

 

Professor Georg Quander und Thomas Falk, der Geschäftsführer der Musikkultur Rheinsberg gGmbH, informierten über ihre Planungen: Die Kammeroper Rheinsberg lockt auch in der kommenden Saison mit einem ebenso attraktiven wie abwechslungsreichen Programm.

 

Auftakt ist am 28. Juni 2019 mit der Uraufführung der Oper „Sybil, Es und Butler“ von Aurélien Bello. Aurélien Bello, 1980 geboren in Frankreich, studierte Musiktheorie, Harfe und Orchestrierung am Conservatoire national supérieur musique et danse in Lyon. Es folgte ein Dirigierstudium an der Berliner Hochschule für Musik „Hanns Eisler“. Seit 2009 ist Aurélien Bello Dirigent der Jungen Philharmonie Brandenburg und leitet seit deren Gründung im April 2015 die Junge Kammerphilharmonie Berlin, Orchester des Jungen Freundeskreises der Berliner Philharmoniker. Weitere Aufführungen der Oper erfolgen am 29. und 30. Juni 2019.

 

Am 4., 5. und 6. Juli 2019 findet im Schlosshof die große Operngala statt. Die Begleitung übernimmt das Brandenburgische Staatsorchester Frankfurt (Oder).

 

Ab dem 19. Juli 2019 wird in Rheinsberg die Oper „Gli Orazi e i Curiazi“ von Domenico Cimarosa (1749-1801) aufgeführt. Das 1796 komponierte Werk gilt als die bedeutendste tragische Oper Cimarosas, der hauptsächlich wegen seiner komischen Opern bekannt ist. Die Partitur zeigt Anklänge an den heroischen Ton der französischen Revolutionsmusiken und gehörte zu den Lieblingsopern Napoleons. Die Kammerakademie Potsdam wird die Oper in Rheinsberg realisieren. Weitere Aufführungstermine sind der 20., 21., 23., 24., 26. und 27. Juli.

Einen weiteren Höhepunkt erwartet die Musikfreunde mit der romantisch-komischen Oper „Martha oder Der Markt zu Richmond“. Das 1847 uraufgeführte Werk ist eine der erfolgreichsten und meistgespielten Opern des 19. Jahrhunderts. Der aus einer preußischen Offiziersfamilie stammende, mecklenburgische Adlige Friedrich von Flotow (1812-1883) hatte damit ein Werk geschaffen, das in aller Welt bis an die New Yorker Met höchste Aufführungszahlen erreichte. Die Rheinsberger Inszenierung will die Oper neu auf die Bühne bringen und an den früheren Erfolg des Werkes anknüpfen. Aufführungstermine: 2., 3., 4., 6., 7., 9., 10. und 11 August.

Eine besondere Bearbeitung des Stoffes wird als Oper „Martha“ für junge Besucher ab 5 Jahren am 9., 10 und 11. August zu erleben sein. Beide Inszenierungen werden durch die Junge Kammerphilharmonie Berlin musikalisch realisiert.

Die Kammeroper Schloss Rheinsberg wurde 1990 unter der Leitung des Komponisten Siegfried Matthus gegründet. Er war bis 2014 künstlerischer Leiter des Festivals. Von 2014 bis 2018 übernahm Frank Matthus die Leitung. Das Internationale Festival junger Opernsänger findet seit 1991 jährlich im Juli und August statt. Seither wurden mehr als 70 Opernproduktionen unter der Leitung von namhaften Dirigenten und Regisseuren aufgeführt. Bei dem Opernfestival studieren junge Künstlerinnen und Künstler unter Anleitung von Mentoren Opernpartien ein.

Die 1991 gegründete Musikakademie Rheinsberg ist eine Arbeits-, Ausbildungs- und Begegnungsstätte für professionelle Musikerinnen und Musiker sowie für Laienmusiker. Sie bietet Chören, Orchestern und Theatergruppen Arbeits- und Probenmöglichkeiten im historischen Kavalierhaus, im Künstlerhaus und im Schlosstheater Rheinsberg. Darüber hinaus führt die Bundes- und Landesakademie Meisterkurse, Musikwerkstätten, Opernprojekte und Weiterbildungen durch.

In der Musikkultur Rheinsberg gGmbH wurden im Jahr 2014 die Kammeroper Schloss Rheinsberg und die Musikakademie Rheinsberg, Bundes- und Landesmusikakademie, zusammengeführt.

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