07.07.2018‘Rasch wächst das dürre Gras Vergessen‘

Neues Fenster: Bild -  - vergrößern Ministerin Münch mit Kurator Herbert Schirmer

Kulturministerin Martina Münch hat heute im Kleist-Museum in Frankfurt (Oder) die Ausstellung ‘Rasch wächst das dürre Gras Vergessen‘ eröffnet. „Die Ausstellung rund um den Bildhauer Wieland Förster und den Schriftsteller Heinrich von Kleist dreht sich um universelle Themen: Selbstbestimmung, Widerständigkeit, Verfolgung und Erinnerung. Wieland Förster erinnert mit seinen berührenden Plastiken an die Opfer von Gewalt und Verfolgung – Heinrich von Kleist schrieb in seinen Werken gegen das Vergessen an. Die eindrückliche Ausstellung widmet sich dem Wechselspiel zwischen den beiden Künstlern und ihrer Auseinandersetzung mit der Gesellschaft, in der sie lebten“, so Münch. „Der in Frankfurt (Oder) geborene Heinrich von Kleist gehört mit Theodor Fontane zu den national und international bedeutsamsten Schriftstellern aus Brandenburg und ist ein wichtiger Teil unserer Kulturgeschichte. Das weltweit einzige Museum über Heinrich von Kleist ist nicht nur die größte Literaturgedenkstätte des Landes – es sichert mit seinen Angeboten auch kulturelle Teilhabe vor Ort, bewahrt regionale Identität und stärkt den Kulturtourismus. Aus diesen Gründen wollen wir das Museum ab 2019 im Rahmen einer Landesstiftung sichern und weiterentwickeln.“

Der 1930 in Dresden geborene und in Wensickendorf (Landkreis Oberhavel) lebende Wieland Förster gilt als einer der bedeutendsten figürlichen Bildhauer in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der Titel der Ausstellung ‘Rasch wächst das dürre Gras Vergessen‘ ist einer Gedichtzeile von Erich Ahrendt entlehnt. Wieland Förster will mit seinen Plastiken und Skulpturen an die Opfer von Gewalt und Verfolgung erinnern und sie dem Vergessen entreißen. Im Fokus der Ausstellung stehen plastische und grafische Werke, in denen sein Menschenbild sowie seine Verbindung zu Heinrich von Kleist aber auch zu anderen Autoren wie Erich Ahrendt, Elfriede Jelinek und Peter Huchel deutlich werden. Wieland Förster, der auch als Schriftsteller tätig ist, wurde 1946 von der sowjetischen Militäradministration verhaftet und bis 1950 im Speziallager Bautzen interniert. Das Land Brandenburg fördert die Ausstellung mit 8.150 Euro.

Parallel zur Ausstellungseröffnung wurde die neue Bronzeplastik ‘Penthesilea‘ des Bildhauers Wieland Förster im Garten des Kleist-Museums enthüllt. Die Bronzeplastik ‘Penthesilea‘ gehört zu einer Figurengruppe, die Wieland Förster in den 1980er Jahren gefertigt hat. Die zwei liegenden Torsi zeigen die wechselvolle Beziehung zwischen der Amazonenkönigin Penthesilea und ihrem Geliebten Achilles. Die Skulptur wurde im Jahr 2016 aus dem Garten des Kleist-Museums gestohlen. Mit Hilfe von Spenden konnte sie neu gegossen werden.

Das Kleist-Museum bewahrt, sammelt, erschließt, erforscht und präsentiert Leben, Werk und Wirkung von Heinrich von Kleist. Es verfügt über eine umfangreiche Sammlung sowie eine Spezial- und Forschungsbibliothek mit etwa 10.000 Bänden. In den Jahren 1922/23 wurde im Geburtshaus des Dichters das erste Museum eingerichtet, 1937 wurde es in das Oderland-Museum integriert. Beide Gebäude brannten im April 1945 nieder. Nach Kriegsende wurde eine neue Sammlung aufgebaut, 1969 wurde die ‘Kleist-Gedenk- und Forschungsstätte‘ eröffnet. Im Oktober 1995 wurde der Verein ‘Kleist-Gedenk- und Forschungsstätte‘ gegründet, der seither Träger des Kleist-Museums ist. Im Museum finden regelmäßig Lesungen, Vorträge und literarisch-musikalische Veranstaltungen sowie die Kleistfesttage statt. Das Kleist-Museum ist als ‘kultureller Gedächtnisort von nationaler Bedeutung‘ im Blaubuch der Bundesregierung, einer Bestandsaufnahme national bedeutsamer Kultureinrichtungen der neuen Bundesländer, verzeichnet. Das Land Brandenburg fördert das Museum in diesem Jahr mit rund 250.000 Euro.

Weitere Informationen: www.kleist-museum.de

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