15.06.2018Startschuss für ‘Mina Witkojc‘-Preis

Neues Fenster: Bild - sorbische Bräuche und Kultur - vergrößern Das Johannisreiten in Casel/Kózle - seit 2014 immaterielles Kulturerbe des deutschen UNESCO-Verzeichnisses. ©M. Nowak

Die Beauftragte für Angelegenheiten der Sorben/Wenden des Landes Brandenburg, Kultur- und Wissenschaftsstaatssekretärin Ulrike Gutheil hat heute den Startschuss für den ‘Mina Witkojc‘-Preis gegeben. „Mit der mit 2.500 Euro dotierten Auszeichnung wollen wir erstmals sorbisches/wendisches sprachliches Engagement im Land Brandenburg würdigen. Wir wollen damit der Sprache und der Kultur der Wenden eine größere Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit verschaffen und deutlich zu machen, dass diese ein zentraler Teil der Lausitzer Identität und Heimat sind. Ich freue mich, dass wir mit Mina Witkojc – deren Geburtstag sich kürzlich zum 125. Mal jährte – eine Namensgeberin gefunden haben, die perfekt zum Anspruch dieses Preises passt: Als niedersorbische Dichterin, Publizistin und Redakteurin förderte Mina Witkojc maßgeblich das kulturelle Selbstbewusstsein der Wenden in der Niederlausitz“, so Gutheil. „Das Land hat in den vergangenen Jahren mit einer Reihe von Maßnahmen dazu beigetragen, die Kultur und Sprache der Wenden besser zu schützen: Im Jahr 2014 wurde das Sorben/Wenden-Gesetz novelliert, 2015 fanden erstmals Wahlen für den Rat für Angelegenheiten der Sorben/Wenden beim Landtag statt, 2016 wurde der Landesplan zur Stärkung der niedersorbischen Sprache verabschiedet und 2017 haben wir unsere Förderung der Stiftung für das Sorbische Volk erhöht. Für Brandenburg ist die wendische Kultur ein außergewöhnlicher Reichtum, den wir auch weiterhin bewahren möchten.“

Der künftig zweijährlich vergebene ‘Mina Witkojc‘-Preis soll einer Person, einer Personengruppe oder einer Institution zuerkannt werden, die bei der Anwendung, dem Gebrauch, der Vermittlung oder der Weiterentwicklung der sorbischen/wendischen Sprache – insbesondere des Niedersorbischen – Herausragendes leistet oder geleistet hat. Dabei sollen vor allem persönliches Engagement, nachhaltige Leistungen und innovative Ansätze berücksichtigt werden. Vorschlagsberechtigt sind sowohl Kommunen im angestammten Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden als auch Vereine und Verbände mit sorbischem/wendischem Bezug sowie die Mitglieder der Jury. Vorschläge für den diesjährigen ‘Mina Witkojc‘-Preis sind bis zum 31. 08. 2018 im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur einzureichen.

Die 1893 in Burg (Spreewald) geborene und 1975 in Papitz bei Cottbus gestorbene Mina Witkojc zählt zu den bedeutendsten Dichterinnen und Dichtern in niedersorbischer Sprache. Ihre Gedichte bringen eine enge Verbundenheit zu ihrem sorbischen/wendischen Volk und ihrer Heimat im Spreewald zum Ausdruck. Mit ihren Werken und ihrer Person hat sie nachfolgende sorbische/wendische Schriftstellergenerationen geprägt. Sie arbeitete unter anderem als Publizistin und Redakteurin für die niedersorbische Zeitung ‘Serbski Casnik‘ und für den sorbischen Buchkalender ‘Pratyja‘. 1964 erhielt sie den Ćišinski-Preis. In Burg sind eine Grund- und Oberschule sowie die Bibliothek, in Cottbus eine Straße nach ihr benannt. Ihr Ehrengrab befindet sich auf dem Friedhof in Burg.

Die Sorben/Wenden sind seit rund 1.500 Jahren in der Lausitz ansässig. Sie haben sich trotz Assimilierungsversuchen früherer Herrscher und Regierungen ihre eigene Sprache und ihre von zahlreichen Festen und vielfältigem Brauchtum geprägte Kultur bewahrt. Die Länder Brandenburg und Sachsen und der Bund unterstützen die Bemühungen der Sorben/Wenden, ihre angestammte nationale Identität zu bewahren und weiterzuent­wickeln. Das Land Brandenburg unterstützt die Stiftung für das sorbische Volk jährlich mit 3,1 Millionen Euro.

Weitere Informationen: www.mwfk.brandenburg.de

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