22.04.2018Heinrich lässt grüßen …

Neues Fenster: Bild - Kleist-Museum Frankfurt (Oder) - vergrößern Kleist-Museum Frankfurt (Oder) ©Horst Drewing

Kulturministerin Martina Münch würdigt das Kleist-Museum in Frankfurt (Oder) anlässlich der heutigen Eröffnung der Sonderausstellung ‘Ach! Echt? Kleist. Heinrich von Kleist an Ulrike von Kleist‘ als kulturelles und literarisches Aushängeschild Brandenburgs. „Der in Frankfurt (Oder) geborene Heinrich von Kleist gehört mit Theodor Fontane zu den national und international bedeutsamsten Schriftstellern aus Brandenburg und ist ein wichtiger Teil unserer Kulturgeschichte. Das weltweit einzige Museum über Heinrich von Kleist ist die größte Literaturgedenkstätte des Landes mit wertvollen Originaldokumenten. Ich freue mich sehr, dass es im vergangenen Jahr – auch mit Hilfe des Landes – gelungen ist, einen verschollen geglaubten Kleist-Brief für die einzigartige Sammlung zu erwerben. Das Fragment ist biografiegeschichtlich und kulturhistorisch von außerordentlicher Bedeutung und ist eine Bereicherung für das Museum“, so Münch. „Um das außergewöhnliche Kleist-Museum weiter zu stärken, wollen wir es ab 2019 in eine Landesstiftung überführen. Damit wollen wir die wissenschaftliche Arbeit verstärken, die Aktivitäten zur kulturellen Teilhabe ausbauen und innovative Projekte und Ausstellungen ermöglichen. Mit der Gründung der Landesstiftung Kleist-Museum setzen wir unseren Weg fort, die herausragenden Kultureinrichtungen gemeinsam mit den Kommunen im Land zu sichern und weiterzuentwickeln sowie gleichwertige Lebensbedingungen im Land zu schaffen: Jede Brandenburgerin, jeder Brandenburger soll Zugang zu attraktiven kulturellen Angeboten und unserem reichhaltigen kulturellen Erbe haben.“

Im Rahmen der Ausstellung ‘Ach! Echt? Kleist. Heinrich von Kleist an Ulrike von Kleist‘ wird ein Fragment eines Kleist-Briefes der Öffentlichkeit präsentiert. Es handelt sich dabei um den Schlussteil eines Briefes, den Heinrich von Kleist im März 1803 an seine Schwester Ulrike schrieb. Der Briefschluss wurde einst von Ulrike von Kleist abgeschnitten und verschenkt und galt seit mehr als 100 Jahren als verschollen. Das seltene Autograph wurde im vergangenen Jahr aus österreichischem Privatbesitz für 35.000 Euro erworben. Der Ankauf erfolgte aus Mitteln des Kulturministeriums, der Kulturstiftung der Länder sowie durch eine unkonventionelle Spendenaktion des Museums. Im Rahmen der Aktion ‘Ein Stück Kleist für alle. Helfen Sie mit, einen Kleistbrief nach Frankfurt zu holen!‘ konnte man symbolisch einzelne Wörter und Satzzeichen des Briefes erwerben. Die Spender erhielten ein Faksimile des Textes mit Transkription und Kennzeichnung des erworbenen Zeichens oder Worts. Durch die Aktion kamen insgesamt 11.666 Euro von 129 Spenderinnen und Spendern zusammen, Bund und Land steuerten jeweils den gleichen Teil bei. Die Ausstellung zeigt neben dem wertvollen Autograph einen Überblick über die briefliche Hinterlassenschaft Heinrich von Kleists sowie die aktuelle Aktenlage zu dem Fragment.

Das Kleist-Museum bewahrt, sammelt, erschließt, erforscht und präsentiert Leben, Werk und Wirkung von Heinrich von Kleist. Es verfügt über eine umfangreiche Sammlung sowie eine Spezial- und Forschungsbibliothek mit etwa 10.000 Bänden. In den Jahren 1922/23 wurde im Geburtshaus des Dichters das erste Museum eingerichtet, 1937 wurde es in das Oderland-Museum integriert. Beide Gebäude brannten im April 1945 nieder. Nach Kriegsende wurde eine neue Sammlung aufgebaut, 1969 wurde die ‘Kleist-Gedenk- und Forschungsstätte‘ eröffnet. Im Oktober 1995 wurde der Verein ‘Kleist-Gedenk- und Forschungsstätte‘ gegründet, der seither Träger des Kleist-Museums ist. Im Museum finden regelmäßig Lesungen, Vorträge und literarisch-musikalische Veranstaltungen und sowie die Kleistfesttage statt. Das Kleist-Museum ist als ‘kultureller Gedächtnisort von nationaler Bedeutung‘ im Blaubuch der Bundesregierung verzeichnet. Das Land Brandenburg fördert das Museum in diesem Jahr mit mehr als 200.000 Euro.

Das Literaturland Brandenburg hat eine reiche Literaturgeschichte und eine lebendige Gegenwartsliteratur. Dazu zählen ‘klassische‘ Autoren wie Heinrich von Kleist, Theodor Fontane, Gerhart Hauptmann, Bettina und Achim von Arnim, Kurt Tucholsky, Bertolt Brecht und Peter Huchel ebenso wie die zeitgenössischen Schriftstellerinnen und Schriftsteller Lutz Seiler, Antje Rávic Strubel, Julia Schoch und Juli Zeh. Das Land unterstützt das literarische Leben: Gefördert werden sowohl Autoren mit Stipendien und Preisen als auch überregional wirksame Vereine und Netzwerke sowie zahlreiche literarische Gedenkstätten – neben dem Kleist-Museum in Frankfurt (Oder) unter anderem auch das Gerhart-Hauptmann-Museum, das Peter-Huchel-Haus in Wilhelmshorst und das Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum in Rheinsberg.

Das Land entwickelt vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung derzeit in Abstimmung mit den Kommunen und weiteren Partnern Strukturen und Konzepte zur Sicherung der großen Kultureinrichtungen und stellt dafür erhebliche zusätzliche Mittel zur Verfügung. So wurde im Juli 2017 das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst gegründet, im Herbst 2017 die Landesbühnen gestartet und im Januar 2018 die Landesstiftung Park und Schloss Branitz errichtet.

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