22.04.2018Jugendprojekt bringt Geschichte der KZ-Außenlager zum Sprechen

Neues Fenster: Bild - Gedenkstätte - vergrößern ©SBG/Archiv Sachsenhausen, S. Erhard

Kulturministerin Martina Münch hat heute im Rahmen der Gedenkveranstaltungen zum 73. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Sachsenhausen in der Gedenkstätte Sachsenhausen (Landkreis Oberhavel) die Laudatio zur Verleihung des diesjährigen Franz-Bobzien-Preises gesprochen. Den Preis erhielt das Projekt ‘überLAGERt‘ der Beratungsstelle Zeitwerk beim Landesjugendring Brandenburg.

Kulturministerin Münch würdigte das ausgezeichnete Projekt als wertvollen Beitrag der Aufarbeitung von Geschichte sowie für Demokratie und Toleranz in der Gesellschaft. „Mit dem diesjährigen Franz-Bobzien-Preis wird ein Projekt gewürdigt, das sich hoch engagiert der Entdeckung vielerorts nahezu verschwundener KZ-Außenlager angenommen hat. Die verschiedenen Jugendgruppen aus Cottbus, Lauchhammer, Wildau, Grüneberg und Bad Belzig sind im Rahmen des Projekts der Geschichte ihrer Heimartorte nachgegangen, haben Archive durchstöbert, Exkursionen organisiert, Workshops veranstaltet und Zeitzeugen befragt. Mit ihrem Projekt ‘überLAGERt‘ haben sie dazu beigetragen, die Geschichte der mehr als 60 KZ-Außenlager in Brandenburg zum Sprechen zu bringen und wieder verstärkt in Erinnerung zu rufen“, so Münch. „Diese zahlreichen Orte sind nicht nur zentrale Bestandteile der zeitgeschichtlichen Erinnerungskultur des Landes – sie sind auch wichtige Orte der Aufarbeitung und Bildung für nachfolgende Generationen. Hier wird man konkret und unmittelbar an individuelle Schicksale und unzähliges Leid erinnert und kann sich kritisch mit den fürchterlichen Auswirkungen des Nationalsozialismus auseinandersetzen. Gerade junge Menschen sollen für die Mechanismen eines Unrechtssystems sensibilisiert werden – und damit auch für die Notwendigkeit, intoleranten, rassistischen und antisemitischen Stimmungen bereits früh entschlossen entgegenzutreten und sich engagiert für Toleranz, Demokratie, Pluralismus und Freiheit einzusetzen.“

Gemeinsam vergeben die Stadt Oranienburg und Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen seit 2010 alle zwei Jahre den Franz-Bobzien-Preis (ehemals Oranienburger Toleranzpreis). Mit der Auszeichnung werden Projekte in Berlin und Brandenburg gewürdigt, die sich für Demokratie und Toleranz stark machen und zur historisch-politischen Bildung beitragen. Bewerben können sich Vereine, Schulen, sonstige Bildungseinrichtungen, Initiativen und Einzelpersonen aus Brandenburg oder Berlin. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert. Schirmherr ist Ministerpräsident Dietmar Woidke.

Der 1906 in Hamburg geborene Franz Bobzien war ein sozialistischer Politiker und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. Nach dem Machtantritt der NSDAP ging er im Frühjahr 1933 in den Untergrund. Im September 1934 wurde er wegen Hochverrat zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach dem Ende seiner Haftstrafe wurde er in das KZ Sachsenhausen verlegt und zu Bombenräumungsarbeiten in Berlin verpflichtet. Dabei kam er am 28. März 1941 ums Leben.

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