22.04.2018Gedenken an die Opfer in Ravensbrück

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Kulturstaatssekretärin Ulrike Gutheil hat heute an der Gedenkveranstaltung anlässlich des 73. Jahrestages der Befreiung des Frauen-KZ Ravensbrück teilgenommen, Arbeits- und Sozialministerin Diana Golze sprach für die Landesregierung. Staatssekretärin Gutheil würdigt die Gedenkstätte als zentralen Ort der Aufarbeitung der Geschichte und der Erinnerung im Land. „Wir erinnern in diesen Tagen an verschiedenen Orten im Land an die Menschen, die nach Ravensbrück, aber auch an andere Schreckensorte wie Sachsenhausen, Jamlitz-Lieberose, Brandenburg-Görden oder den Belower Wald verschleppt wurden. Diese Orte stehen für schlimmste Zerstörungen der Individualität und der Humanität – hier wurden Menschen erniedrigt, ihrer Würde beraubt, unsagbar gequält und ermordet, so Gutheil. „Die Gedenkstätte Ravensbrück ist nicht nur ein zentraler Bestandteil der zeitgeschichtlichen Erinnerungskultur des Landes, sie ist auch ein wichtiger Ort der Aufarbeitung und Bildung für nachfolgende Generationen. Hier wird man konkret und unmittelbar an individuelle Schicksale und unzähliges Leid erinnert und kann sich kritisch mit den fürchterlichen Auswirkungen des Nationalsozialismus auseinandersetzen. Gerade junge Menschen müssen für die Mechanismen eines Unrechtssystems sensibilisiert werden – und damit auch für die Notwendigkeit, rassistischen und antisemitischen Stimmungen bereits früh entschlossen entgegenzutreten und sich für Toleranz, Demokratie, Pluralismus und Freiheit einzusetzen.“

Das KZ Ravensbrück wurde 1938/39 in Fürstenberg/Havel (Landkreis Oberhavel) von der SS errichtet. Zwischen 1939 und 1945 sind dort rund 132.000 Frauen, 20.000 Männer und 1.000 weibliche Jugendliche des ‘Jugendschutzlagers Uckermark‘ als Häftlinge registriert worden. Die Häftlinge stammten aus mehr als 40 Nationen, unter ihnen auch zahlreiche Juden sowie Sinti und Roma. Zehntausende wurden ermordet oder starben an Hunger, Krankheiten oder durch medizinische Experimente. Nach dem Bau einer Gaskammer Ende 1944 wurden rund 6.000 Häftlinge von der SS vergast. Ende April 1945 trieb die SS zehntausende Häftlinge auf Todesmärsche in Richtung Nordwesten. 3.000 zurück gelassene Kranke wurden am 30. April 1945 durch die Rote Armee befreit. Im Jahr 1959 wurde das ehemalige Konzentrationslager als Nationale Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück der DDR eröffnet und anschließend mehrfach erweitert. Seit 1993 ist der Erinnerungsort in Trägerschaft der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten.

Die 1993 gegründete Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten feiert in diesem Jahr ihr 25. Jubiläum. Sie betreut als rechtlich selbständige Stiftung des öffentlichen Rechts mit ihren mehr als 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Gedenkstätten in den früheren Konzentrationslagern Sachsenhausen und Ravensbrück, die Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Morde in Brandenburg an der Havel und im ehemaligen Zuchthaus Brandenburg-Görden sowie die Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald als Außenstelle von Sachsenhausen. Außerdem verwaltet sie treuhänderisch die Stiftung Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße Potsdam. Künftig wird sie auch den Gedenkort Jamlitz/Lieberose als Außenstelle der Gedenkstätte Sachsenhausen verwalten. Aufgabe der Stiftung ist es, an Terror, Krieg und Gewaltherrschaft und das Leid der Opfer zu erinnern, die Auseinandersetzung der Öffentlichkeit mit diesem Thema zu fördern und ein würdiges Gedenken an die Opfer der Verbrechen der Gewaltherrschaft des NS-Regimes, der sowjetischen Besatzungsmacht und der DDR zu ermöglichen. Das Land Brandenburg fördert die Arbeit der Stiftung in diesem Jahr mit rund 3,5 Millionen Euro, weitere rund 2,9 Millionen Euro kommen vom Bund.

Weitere Informationen: www.ravensbrueck.de

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