21.04.2018Erinnerung an Leid, Unrecht und Verbrechen wachhalten

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Kulturstaatssekretärin Ulrike Gutheil hat heute anlässlich des 73. Jahrestages der Befreiung des früheren KZ-Außenlagers Schlieben-Berga (Landkreis Elbe-Elster) der Opfer des NS-Völkermordes gedacht und an die Pflicht zu Erinnerung gemahnt. Sie würdigte das frühere KZ-Außenlager als wichtigen Ort der Aufklärung und Erinnerung im Land und dankte dem dortigen Verein für sein Engagement zum Erhalt und Ausbau des früheren Lagers als Gedenkstätte. „Wir gedenken heute all jener Menschen, die in diesem Lager litten, durch Terror, Hunger, Krankheiten und Zwangsarbeit umkamen oder später infolge dieses Leids ihr Leben ließen und mahnen, dass dieses Unrecht niemals vergessen werden darf. Diese Erinnerung ist auch heute, vor dem Hintergrund zunehmender antisemitischer, rassistischer und fremdenfeindlicher Übergriffe, eine Mahnung, sich klar und eindeutig gegen Ausgrenzung und Verfolgung zu wenden“, betonte Gutheil. „Wir erinnern in diesen Tagen hier, aber auch in weiteren Gedenkstätten des Landes Brandenburg, etwa in Sachsenhausen oder in Ravensbrück, an die Menschen, die in Konzentrationslager verschleppt wurden. Wir erinnern an die Millionen von Opfern in den Vernichtungslagern wie Auschwitz, Treblinka, Maidanek, Sobibor.“

In Berga bei Schlieben gab es im Dritten Reich das drittgrößte von insgesamt 136 Außenlagern des KZ Buchenwald. Das Lager zählte von 1938 bis 1945 bis zu 5.000 Häftlinge. Es wurde vom Leipziger Rüstungsbetrieb Hasag Hugo Schneider AG betrieben. Die Lebens- und Arbeitsbedingungen waren brutal. Die genaue Zahl der Opfer steht nicht fest – nur 217 in Schlieben umgekommene Häftlinge sind dokumentiert. Etliche Insassen wurden noch kurz vor der Befreiung am 21. April 1945 in das KZ Theresienstadt verschleppt.

Nach 1945 wurden die noch vorhandenen zehn Steinbaracken zu Wohnungen für Flüchtlinge ausgebaut, auf dem ehemaligen Hasag-Areal entstanden Industriebetriebe. Einen Teil des Geländes nutzten die NVA und später die Bundeswehr. Der Verein Gedenkstätte KZ-Außenlager Schlieben-Berga kümmert sich um die Entwicklung des Erinnerungsortes, organisiert Angebote der historisch-politischen Bildung und betreibt Forschungsarbeiten. Im Rahmen der Veranstaltung wird ein neues Wegeleitsystem eingeweiht.

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