25.02.2018Neues Depot ist Gedächtnis der Gedenkstätte Sachsenhausen

Neues Fenster: Bild - Gedenkstätte - vergrößern ©SBG/Archiv Sachsenhausen, S. Erhard

Kulturministerin Martina Münch würdigt das heute eröffnete neue Depot als zentrales Gedächtnis der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen. „Die hier deponierten Gegenstände und Archivalien sind einmalige historische und persönliche Zeugnisse und bilden eine wichtige Grundlage für die historisch-politische Bildung und die Erinnerung in der Gedenkstätte. Viele der Objekte in der Sammlung erinnern konkret und unmittelbar an individuelle Schicksale und unzähliges Leid in Sachsenhausen. Vor dem Hintergrund der immer weniger werdenden Zeitzeugen spielen diese Objekte eine noch wichtigere Rolle als bisher – sie bringen die Geschichte zum Sprechen“, so Ministerin Münch. „Gerade junge Menschen sollen für die Mechanismen eines Unrechtssystems sensibilisiert werden – und damit auch für die Notwendigkeit, rechtsradikalen, rassistischen und antisemitischen Stimmungen bereits früh entschlossen entgegenzutreten. Die Erinnerung an das schreckliche Geschehen in Deutschland während des NS-Regimes, aber auch an die Folgen der SED-Diktatur, verpflichten gerade heute zu einem entschlossenen Eintreten für Toleranz, Demokratie, Pluralismus und Freiheit.“

Das neue Depot wird künftig auf rund 1.200 Quadratmetern die umfangreichen Sammlungen der Gedenkstätte Sachsenhausen unter modernen konservatorischen Bedingungen aufbewahren. Sie umfassen rund 35.000 Objekte und 430 Regalmeter Archivmaterial aus den verschiedenen Nutzungsperioden von Sachsenhausen, darunter Häftlingskleidung, selbst gefertigte Gebrauchsgegenstände aus den Lagern, Kunstwerke und Zeichnungen, Fotos und Dokumente sowie Nachlässe von ehemaligen Häftlingen. Das neue Depot wurde in einem 1941 errichteten Gebäude der ‘Deutschen Ausrüstungswerke‘ – einem SS-eigenen Betrieb, in dem KZ-Häftlinge Zwangsarbeit leisten mussten – untergebracht. Das Land den Bau des Depots mit rund einer Million Euro unterstützt.

Die 1993 gegründete Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten betreut als rechtlich selbständige Stiftung des öffentlichen Rechts mit ihren mehr als 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Gedenkstätten in den früheren Konzentrationslagern Sachsenhausen und Ravensbrück, die Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Morde in Brandenburg an der Havel und im ehemaligen Zuchthaus Brandenburg-Görden sowie die Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald als Außenstelle von Sachsenhausen. Außerdem verwaltet sie treuhänderisch die Stiftung Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße Potsdam. Aufgabe der Stiftung ist es, an Terror, Krieg und Gewaltherrschaft zu erinnern, die Auseinandersetzung der Öffentlichkeit mit diesem Thema zu fördern und ein würdiges Gedenken an die Opfer der Verbrechen der Gewaltherrschaft des NS-Regimes, der sowjetischen Besatzungsmacht und der DDR zu ermöglichen. Das Land Brandenburg fördert die Arbeit der Stiftung in diesem Jahr mit rund 3,5 Millionen Euro, weitere rund 2,9 Millionen Euro kommen vom Bund.

Weitere Informationen: www.stiftung-bg.de

PM als pdf

Auswahl

Jahr
Rubrik


Zum Pressesprecher

Pressesprecher:
Stephan Breiding
Tel.: 0331 / 866 4566
Mobil: 0171 / 837 559 2
stephan.breiding@mwfk.brandenburg.de