Konsequenzen der altersassoziierten Zell- und Organfunktionen

Wissenschaftler verschiedener Brandenburger Forschungseinrichtungen und Kliniken haben sich das Ziel gesetzt,
die Physiologie und Pathophysiologie
des Alterns zu verstehen und gezielt angepasste Therapiemöglichkeiten
für im Alter gehäuft auftretende Erkrankungen zu erforschen.

Die Zunahme der Lebenserwartung in unserer Gesellschaft führt zu großen Herausforderungen in der Gesundheitsversorgung. Für Brandenburg ist bis 2040 mit einer Zunahme des Anteils der über 65-Jährigen um 43% (Amt für Statistik Berlin-Brandenburg) zu rechnen. Mit zunehmendem Alter steigt auch die Häufigkeit von z. B. Gefäß- oder Tumorerkrankungen sowie von Knochen- und Gelenkerkrankungen. In vielen Bereichen fehlt jedoch das Grundlagenwissen, um altersspezifische Veränderungen in den eingesetzten Diagnoseverfahren und bei der Therapie inkl. der dabei eingesetzten Medizinprodukte ausreichend zu berücksichtigen.

Derzeit werden für Diagnostik und Therapie von älteren Patienten überwiegend Erkenntnisse angewandt, die anhand von Personen gemischten Alters - in der Regel mit einer Obergrenze zwischen 65 und 80 Jahren - gewonnen wurden und daher nicht notwendigerweise auch für betagtere Patienten gelten. Damit fehlt ein genaueres Verständnis der physiologischen und pathophysiologischen Prozesse betagter Patienten, wie z. B. Kenntnisse über die Wirksamkeit und den Abbau von Medikamenten, die Interaktionen zwischen Implantaten und dem umliegenden Gewebe sowie über die verminderte Wirksamkeit von Impfungen bei älteren Menschen im Vergleich zu Jüngeren.

Im Verbundprojekt werden diese wissenschaftlichen und klinischen Herausforderungen in drei Themenfeldern in einer Pilotphase bearbeitet. Langfristiges Ziel ist es, durch die enge Verzahnung von grundlagenwissenschaftlicher und klinischer Forschung evidenzbasierte, individualisierte Therapien für einen altersangepassten Einsatz von Medikamenten und Implantaten zu entwickeln.

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Partner

Interdisziplinäre Teams und ein Zusammenwirken der verschiedenen Brandenburger Forschungseinrichtungen und Kliniken, unter anderem auch durch den Aufbau und die gemeinsame Nutzung von Infrastruktur, sollen den Erfolg des Verbundprojektes sicherstellen. Zu den Partnern des Verbundprojektes gehören die Medizinische Hochschule Brandenburg (MHB), die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU-CS), die Universität Potsdam (UP), die Technische Hochschule Wildau (TH Wildau), das Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie – Institutsteil Bioanalytik und Bioprozesse (IZI-BB), das Internationale Laboratorium für Biotechnologie und Consulting (ILBC GmbH) sowie das Institut für Biomaterialforschung des Helmholtz-Zentrums Geesthacht (HZG). Damit vereint das Verbundprojekt die notwendigen Fachkompetenzen, um die gesetzten Ziele zu erreichen.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Andreas Lendlein
Sprecher des Verbundprojektes

Institut für Biomaterialforschung
Helmholtz-Zentrum Geesthacht
Kantstr. 55
14513 Teltow
Fon + 49 (0)3328 352 450
Fax + 49 (0)3328 352 452
sekretariat.lendlein@hzg.de

Kontakt Koordinationsbüro
Dr. Christian Schulz
Fon + 49 (0)3328 352 402
Fax + 49 (0)3328 352 452
christian.schulz@hzg.de