15.08.2016Absichtsvereinbarung zum Alexander-Haus unterzeichnet

Neues Fenster: Bild - Unterzeichnung Alexander-Haus - vergrößern Unterzeichnung der Absichtserklärung zur Sanierung und Zukunft des Hauses Alexander

Kulturstaatssekretär Martin Gorholt hat heute gemeinsam mit dem Potsdamer Oberbürgermeister Jann Jakobs, dem Vorsitzenden des Alexander-Haus e.V., Thomas Harding, und Vertretern der Studienwerke ELES und Avicenna sowie der Universität Potsdam eine Absichtserklärung zur Sanierung und Zukunft des Hauses Alexander im Potsdamer Ortsteil Groß Glienicke unterzeichnet. Gegenstand der Erklärung sind die weitere Restaurierung des Gebäudes sowie seine zukünftige Nutzung.

Staatssekretär Gorholt sagte anlässlich der Unterzeichnung: „Das Haus Alexander ist mit seiner gesamten Geschichte – von der Nutzung in 1920er Jahren als Sommer-Haus, der Vertreibung seiner jüdischen Besitzer in 1930er Jahren, über den Mauerbau unmittelbar auf dem Grundstück bis zur Wiedervereinigung – Zeuge und Zeugnis gesamtdeutscher Geschichte. Durch das beeindruckende Engagement der Nachfahren von Dr. Alfred Alexander und die Gewinnung lokaler und internationaler Helfer konnten erste Sicherungsmaßnahmen auf dem Grundstück erfolgen. Im Rahmen der Denkmalhilfe wird das Land die Restaurierungsmaßnahmen mit 32.000 Euro fördern. Ich freue mich, dass durch ein Zusammenwirken vieler Partner dieses Denkmal nicht nur restauriert, sondern künftig auch als Ort der Versöhnung und Völkerverständigung sowie für Forschung und Bildung genutzt werden soll.“

Das Haus Alexander gehört als Zeugnis der in den 1920er-Jahren aufkommenden „Wochenendbewegung“ zu den ersten Sommerhäusern in Potsdam. Es wurde 1927 im Auftrag von Dr. Alfred Alexander, einem prominenten jüdischen Arzt aus Berlin und Präsidenten der Berliner Ärztekammer errichtet. Das Haus war in den 1920/30er-Jahren Treffpunkt berühmter Persönlichkeiten aus Politik, Kunst und Wissenschaft. 1936 musste die Familie Alexander vor den Nationalsozialisten nach England fliehen. In dem Haus lebten während des Krieges der Komponist Willi Meisel und die Schauspielerin Eliza Illiard. Ab 1961 trennten der Grenzzaun und später die Mauer das Haus vom Groß Glienicker See. Der Enkel von Alfred Alexander, Thomas Harding, hat diese historischen Entwicklungen in seinem Buch „The House by the Lake – a German History“ (auf Deutsch: „Sommerhaus am See – Fünf Familien und 100 Jahre deutsche Geschichte“) eindrücklich nachvollzogen.

Die heute in unterschiedlichen Ländern lebenden Nachkommen von Dr. Alexander haben den Verein Alexander-Haus e.V. gegründet und das seit 2003 leer stehende und verfallende Haus als Denkmal vor dem Abriss bewahrt. Durch die beeindruckende Mobilisierung lokaler und internationaler Helfer konnten erste Sicherungsmaßnahmen auf dem Grundstück erfolgen.

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