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16.01.20142.600.000.000.000.000 Rechenschritte pro Sekunde - Norddeutschlands Supercomputer Nummer 1 geht unter Brandenburgischer Beteiligung in die dritte Runde

Brandenburgs Wissenschaftsministerin Sabine Kunst weiht  heute zusammen mit Vertretern weiterer Bundesländer aus dem Norden Deutschlands die dritte Generation des norddeutschen Hochleistungsrechners ein. Im Rahmen eines wissenschaftlichen Kolloquiums  wird in Hannover der von der Firma „Cray Incorporated“ hergestellte Supercomputer offiziell an die Forscher in Norddeutschland übergeben.

Dazu Wissenschaftsministerin Sabine Kunst: „In vielen Disziplinen ist die Computersimulation mittlerweile unverzichtbarer Bestandteil der Forschung. Die Nutzung dieses Supercomputers ist eine wichtige Grundlage dafür, dass die Brandenburgische Forschung im nationalen und internationalen Vergleich weiter wettbewerbsfähig bleibt. Ich freue mich, dass bereits einige zukunftsweisende Projekte aus Brandenburg nach wissenschaftlicher Begutachtung Rechenleistung auf dem HLRN-Supercomputer einwerben konnten.“

So nutzen etwa Wissenschaftler der BTU Cottbus-Senftenberg den Supercomputer für Simulationen von Strömungen in der Atmosphäre wie im Erdinneren. Für das Leben auf der Erde sind sowohl die Strömungen des äußeren Erdkerns als auch die des Erdmantels bedeutsam. Während erstere das Magnetfeld erzeugen, werden letztere für Plattentektonik und Vulkanismus verantwortlich gemacht. Auch Dynamik und Lebenszyklus der besonders klimawirksamen Stratokumulus-Wolken sollen mithilfe der Rechnerleistung besser prognostiziert werden. An der Universität Potsdam wird mithilfe des Supercomputers die Beschleunigung kosmischer Teilchen anhand der Reste einer Supernova (Explosion eines sterbenden Sterns) erforscht.

Das leistungsfähige Rechnersystem  wird gemeinsam vom Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik (ZIB) in Berlin und von den Leibniz Universität Hannover IT Services (LUIS) betrieben. Beide Standorte sind mit einer 10-Gigabit-Datenleitung verbunden. Die mögliche Datenmenge, die in einer Sekunde über diese Datenleitung transportiert werden kann, entspricht dabei fast einer Million Buchseiten. In einer zweiten Ausbaustufe wird der Supercomputer gegen Ende dieses Jahres die Leistung des alten HLRN-II-Systems um den Faktor 10 übersteigen. Die Spitzenleistung wird dann 2,6 PetaFlops, 2,6 Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde, ermöglichen (in Ziffern sind dies 2.600.000.000.000.000 bzw. 2,6 mal 1015). Der Festplattenspeicher wird mit einer Kapazität von 8,2 Petabyte ausgestattet (8,2 mal 1015) - das entspricht etwa einer Speicherkapazität von 8 Billionen (8.000.000.000.000 bzw. 8 mal 1012) Büchern à 500 Seiten. Zum Vergleich: die als größte Bibliothek der Welt geltende Library of Congress in Washington beherbergt ’lediglich’ 31 Millionen Bücher.

Auftraggeber ist der Norddeutsche Verbund zur Förderung des Hoch- und Höchstleistungsrechnens (HLRN), der im Jahr 2001 von den Ländern Berlin, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein gegründet wurde. Brandenburg ist dem Verbund Ende des Jahres 2012 beigetreten. Den HLRN-Supercomputer nutzen in der Mehrzahl Wissenschaftler an Universitäten und Forschungseinrichtungen der beteiligten Bundesländer.

Die Gesamtkosten der Beschaffung belaufen sich auf rund 30 Millionen Euro, die sich die beteiligten Bundesländer und der Bund teilen. Für seinen Anteil wendet Brandenburg in den Jahren 2012 bis 2015 insgesamt 1,77 Millionen Euro auf. Erst durch die Bündelung von Ressourcen vieler Länder können der Spitzenforschung Norddeutschlands Investitionen in dieser Größenordnung zur Verfügung gestellt werden. Dies ist in der deutschen Forschungslandschaft einmalig.

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